Arbeitssieg statt Zauberfußball
Arbeitssieg statt Zauberfußball – SVW ringt Sperenberg nieder!
Kreisliga bedeutet manchmal nicht Glanz und Gloria, sondern Kampf, Krampf und kalte Getränke am Spielfeldrand. Genau so ein Nachmittag war der 21. Spieltag im Stadion an der Bahn. Der SV Waßmannsdorf gewann vor knapp 50 Zuschauern mit 3:1 gegen den KSV Sperenberg 1990 und wer nur aufs Ergebnis schaut, denkt vermutlich an eine entspannte Nummer. War es aber ungefähr so wenig wie eine Bundestagsdebatte.
Denn jeder beim SVW wusste: Gegen Sperenberg ist Vorsicht besser als Überheblichkeit. Das schmerzhafte 1:4 aus dem Hinspiel hing noch in den Köpfen wie der Geruch ungewaschenen Leibchen. Tabellenplatz hin oder her – „Sperrenberg“ machte seinem Namen wieder alle Ehre und stellte unserem SVW einige Stolpersteine in den Weg.
Trainer Hellblau schickte folgende Elf ins Rennen:
Kevin Brosinski, Andre Nunhofer, Aleksandr Tsoukarev, Luca Mosick, Anas Dubaish, Fabrice Durich Langouo, Tino Altenburg, Patrick Laskowski, Phil Panser, Nico Berndt und Nicolas-Alexander Günnel
Bank: Rohan Pirayegdehlou, Marco Schazschneider, Kevin Gutsche, Turgay-Dennis Schwerin, Dennis Schazschneider
Und seine Mannschaft arbeitete von Beginn an ordentlich gegen den Ball, ohne dabei fußballerische Feuerwerke abzufackeln. Es war eher ehrlicher Eisenbahn-Fußball am Stadion an der Bahn: robust, rustikal und manchmal rumpelig wie ein Einkaufswagen mit Achter im Rad.
Waßmannsdorf hatte etwas mehr vom Spiel, aber Sperenberg blieb unangenehm wie ein Stein im Fußballschuh. Viele Zweikämpfe, wenig Räume und immer wieder Situationen, in denen man merkte: Das wird heute kein Spaziergang im schwarz-gelben Sonnenschein.
In der 33. Minute platzte dann endlich der Knoten. Tino Altenburg stocherte, kämpfte und schob den Ball zum 1:0 über die Linie. Ein Tor, welches durch reinen Willen und beständiges Nachsetzen entstand, denn er nutzte den Abpraller vom Torwart.
Kurz vor der Pause legte Fabrice Durich Langouo nach und stellte auf 2:0. Ein extrem wichtiger Treffer zu einem psychologisch perfekten Zeitpunkt – oder wie man im Amateurfußball sagt: „Besser kannst du nicht in die Halbzeitbierdiskussion gehen.“
Nach dem Seitenwechsel wechselte Trainer Hellblau kräftig durch. Dreifachwechsel beim SVW, es kamen Turgay Schwerin für Phil Panser, Marco Schazschneider für Aleksandr Tsoukarev, Kevin Gutsche für Torschütze Fabrice Langouo zum Wiederanpfiff ins Spiel.
Später folgten Dennis Schazschneider und Rohan.Dennis Schazschneider für Nicolas Günnel, Rohan für Torschütze Tino Altenburg (60. Miute). Doch statt ruhiger Kontrolle wurde es zunehmend ein typisches Kreisliga-Spiel: viel Kampf, wenig Ordnung und überall die Gefahr, dass plötzlich irgendein Ball von Knie, Rücken oder Eckfahne abgefälscht wird.
Und genau so kam es dann auch. In der 67. Minute verkürzte Sperenberg auf 2:1 – und plötzlich wurde aus dem gemütlichen Nachmittag wieder eine schwarz-gelbe Zitterpartie. Die Erinnerung ans Hinspiel klopfte kurz an wie der Nachbar, wenn die Mucke zu laut dröhnt.
Doch diesmal ließ sich der SVW nicht mehr „sperren“. Waßmannsdorf verteidigte leidenschaftlich, warf sich in die Zweikämpfe und zeigte genau die Mentalität, die man im Aufstiegsrennen braucht. In der 81. Minute sorgte Dennis Schazschneider schließlich für die Erlösung von der Ersatzbank bis zum Imbiss und machte mit dem 3:1 den Deckel drauf. Danach war klar: Der Sperenberger Stolperstein wurde diesmal aus dem Weg geräumt. Nicht spektakulär, aber effektiv.
Trainer Hellblau brachte es nach dem Spiel passend auf den Punkt:
„Das war heute sicher kein schönes Spiel, aber die Mannschaft hat gearbeitet und sich gegen einen unangenehmen Gegner gewehrt. Nach dem Hinspiel war wichtig, dass wir diesmal die Punkte hier behalten.“
Und genau diese Punkte könnten am Ende noch richtig wertvoll werden. Mit jetzt 35 Punkten steht der SV Waßmannsdorf auf Platz 5 – und hat weiterhin zwei Spiele weniger als die Konkurrenz. Platz 2 beherbergt Preußen III mit 39 Punkten. Der Aufstiegstraum lebt also weiter im schwarz-gelben Bahnhof der Gefühle. Unsere Erste kann sich mit Siegen aus eigener Kraft den Aufstiegsplatz erkämpfen. Doch dazu darf das Team nicht mehr stolpern.
Doch jetzt wartet schon die nächste schwere Aufgabe:
Am 17.05.2026 um 15 Uhr
kommt die SG Woltersdorf (Platz 6) ins Stadion an der Bahn. Punktgleich, formstark und schon im Hinspiel ein harter Brocken beim knappen 3:2-Auswärtssieg des SVW. Während die Konkurrenz sich gegenseitig Punkte klaut, kann unsere Erste den nächsten wichtigen Schritt machen. Jüterbog (Platz 4) empfängt Preußen III (2.) und Wildau II (3.) hat den Zellendorfer SV (7.) zu Gast.
Also alle in Schwarz-Gelb ans Gleis 1: Der Aufstiegszug hat noch freie Plätze!
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